Ein Berliner Bunker aus der Nazi-Zeit ist das Eldorado für Gegenwartskunst?
Als Christian Boros seinen Plan offenbarte, aus dem monströsen Hochbunker in der Reinhardtstraße 20 ein Museum zu machen, hielt man dies für die wahnwitzige Idee eines Privatsammlers. Fakt ist, dass ihm damit eines der wichtigsten Kunst-Projekte gelungen ist, die Berlin zu bieten hat. Ohne Übertreibung: eine Sensation.

Monika Sosonowska, „Ohne Titel“, 2005 Foto: Copyright NOSHE
Mit seiner labyrinthischen Raumstruktur zählt der Bunker zu den faszinierenden Kunsthäusern der Gegenwart. Vor allem auch deshalb, weil er mehr ist als ein Museum oder eine Galerie: ein Gesamtkunstwerk, das die Freiheit heutiger Kunst in klugen Kontrast setzt zur Angst, Enge und Beklemmung der Krieg mit sich bringt und die der Bunker den Besucher spüren lässt.
Wer das Gebäude betritt, die schweren Stahltüren hinter sich schließt, kommt in eine andere Welt. Überall Beton, gezeichnet von den Spuren der Zeit. Kein Laut dringt von außen in das fensterlose Verlies. Kein Handyempfang. Im Eingangsbereich eine Glocke. Hoch oben schwingt sie. Unheimlich an der Decke, ohne Schlegel, ohne Glockenton. Eine stumme Mahnerin. Eine halbe Tonne schwer.
Erleben statt verstehen
“Ich sammle Kunst, die ich nicht verstehe”. So lautet das Credo von Christian Boros. Damit sind unter anderem Werke von Künstlern wie Damian Hirst, Olafur Eliasson, Elizabeth Peyton, Wolfgang Tillmanns, Monika Sosnowska und Anselm Reyle gemeint.
Boros, Inhaber einer Werbeagentur mit Standorten in Wuppertal und Berlin, zeigt in seinem Bunker wechselnde Ausstellungen seiner rund 500 Werke umfassenden Sammlung. Skulpturen, Rauminstallationen, Licht- und Performancearbeiten machen den Gang durch jene Räume, in denen zu Kriegszeiten tausende von Menschen dicht zusammengedrängt vor den Bomben Zuflucht suchten, zu einem Erlebnis bei dem sich Beklemmung zu Begeisterung wandelt. weiterlesen ‘Der Boros Bunker’
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Schlagworte: Albert Speer, Anselm Reyle, Berlin Biennale, Berliner Museen, Boros Bunker Berlin, Christian Boros, Damien Hirst, Elizabeth Peyton, Kunst Galerien Berlin, Monika Sosnowska, Olafur Eliasson, Santiago Sierra, Tobias Rehberger, Wolfgang Tillmans